Dienstag, 5. Mai 2009

Joytopia- eine schöne wahrwerdende Geschichte

Hier eine Geschichte, die ich auf www.joytopia.net gefunden habe, nachdem ich diese wunderschöne Seite nach längerer Zeit wiedergefunden habe. Ich habe mir immer gewünscht diese Geschichte zu schreiben, und bin froh, dass sie jemand schon geschrieben hat. Danke dafür, auch dafür, dass ich sie mit euch teilen kann. Es gibt sie auch in anderen Sprachen und es wäre schön, wenn wir sie alle verschicken, und wenn welche sie noch in andere Sprachen übersetzen würden. Auch dafür danke ich schonmal. So und danach am besten noch weiter stöbern und inspirieren lassen!

JOYTOPIA – Weltweiter Wohlstand in Harmonie mit der Natur

Eine Geschichte von Bernd Hückstädt

Die Begegnung

Neulich hatte ich einen Traum, besser gesagt einen Tagtraum. Ich ging allein im Wald spazieren und erfreute mich an der Natur. Auf einmal bemerkte ich, wie jemand leichten Fußes neben mir einherschritt. Er war etwa zwei Meter groß, von dunkler Hautfarbe und hatte einen athletischen Körperbau. Bekleidet war er mit einer Art goldfarbenen Jogging-Anzug. Obwohl er aussah, wie ein Mensch, schien er nicht von dieser Welt zu sein. Er hatte ein so freudiges, ja fast schon lustiges Strahlen in seinem Gesicht, das man auf unserer Erde nur sehr selten findet. Als ich ihn ansah mußte ich spontan lachen. Es war ein herzhaftes, fröhliches Lachen, pure Freude über den Anblick dieses freundlichen Begleiters.

"Entschuldigen Sie bitte, ich wollte Sie nicht auslachen," erklärte ich, als ich mich wieder gefangen hatte. "Ich bin nur überrascht von Ihrem plötzlichen Erscheinen."

"Das geht vielen so auf diesem Planeten," erwiderte er freundlich. "Die meisten Erdenbürger reagieren so wie Sie, nur einige wenige laufen erschreckt davon oder werden aggressiv."

"Dann sind Sie nicht von hier?" fragte ich verunsichert.

"Ich komme von Joytopia, einem Staat auf dem Planeten Freegaia am Rande der Galaxis. Durch einen Sprung im Raum-Zeit-Kontinuum bin ich hier hingelangt. Mein Name ist Goodfriend, Very Goodfriend."

"Wie haben Sie so schnell unsere Sprache gelernt?"

"Wir telepathieren gerade miteinander. Wir senden uns unse-re Gedanken und unser Gehirn übersetzt sie in unsere Sprache. Das funktioniert genauso mit Bildern, Tönen, Gerüchen und Gefühlen. Sehen Sie...."

Ich sah gar nichts! Er war verschwunden. Verwundert und tief bewegt ging ich weiter. Hatte ich mir das eben nur eingebildet? Sollte ich vielleicht mal zum Arzt gehen? Am Besten ich erzähle nie-manden etwas und vergesse diesen Vorfall so schnell wie möglich.

"Ich habe Ihnen etwas mitgebracht, ein Geschenk!" hörte ich Very sagen.

"Wo waren Sie denn so plötzlich?"

"Ich war kurz zu Hause um etwas für Sie zu holen."

"Dauert so etwas nicht Jahre? Ich meine die höchste erreichbare Geschwindigkeit...."

"Wir reisen in Gedanken. Gedanken sind bekanntlich frei. Raum- und Zeit-Grenzen gibt es nur, wenn man sie vorher erdacht hat. Wir hatten uns früher auch viele Grenzen ausgedacht. Unser begrenztes Denken hatte unseren Planeten etwa so geformt, wie Ihr jetzt Euren Planeten formt. Versuche es selbst" – er war inzwischen zum Du über-gegangen – "du siehst mich, weil du denkst, daß du mich siehst."

Während er das sagte, kam uns ein Radfahrer entgegen. Er grüßte knapp und fuhr mitten durch Very durch. "Verstehst du jetzt?" fragte Very.

"Ja."

"Ich habe dir etwas mitgebracht, einen Gedanken."

"Was für einen Gedanken?"

"Der Gedanke, daß alles möglich ist, was du dir vorstellen kannst. Alles , was du denken kannst wird Realität! Alles was du dir wünschst, wird eintreten, wenn du dir es vorstellen kannst."

"Dann wünsche ich mir 10 Millionen Mark!"

"Gut!"

"Wie? Gut? Das soll funktionieren? Das kann ich mir nicht vorstellen!"

"Eben!"

Ich war beschämt.

"Andere konnten sich das vorstellen und sind Millionäre geworden. Aber vielleicht ist es ja gar nicht dein Wunsch, Millionär zu werden. Was wünschst du dir denn am sehnlichsten?"

"Am liebsten wäre es mir, wenn alle Menschen reich wären und jeder das machen könnte, was ihm am Herzen liegt, ohne anderen Menschen oder der Natur dabei zu schaden."

"Ich schlage Dir eine Reise vor. Auf unserem Planeten Freegaia haben wir dieses Ziel bereits erreicht. Du brauchst es dir nur abzuschauen und auf der Erde zu verbreiten. Das ist unser Geschenk an euch Menschen."

"Wie kann ich denn durch das Raum-Zeit-Dingsbums..."

"Stell es dir einfach vor, ich begleite dich."

Es war eigenartig. Es schien mir, als ob ich an zwei Orten gleichzeitig war: während ein Teil von mir weiterhin im Wald spazierenging, flog der andere mit Very durchs Universum.

Freegaia

Wir näherten uns einem Sonnensys-tem und bald schon schwebte sie vor uns: Freegaia, ein wunderschöner blauer Pla-net, ganz ähnlich unserer Erde. Sanft tauchten wir in die Atmosphäre ein und landeten mitten in einem wunderschönen Park, ähnlich einem riesigen englischen Garten. Unbeschreiblich schöner Duft wurde von den Pflanzen ausgeströmt. Ab und zu huschte fast lautlos ein kleines Luftfahrzeug über unsere Köpfe. Doch da: inmitten der Pflanzen standen Häuser. Sie sahen nicht aus wie unsere Häuser, sie fügten sich so in die Natur ein, dass man sie von weitem gar nicht als Häuser erkannte.

Die Menschen, die uns begegneten, grüßten alle freundlich. Sie schienen glücklich zu sein. Mensch und Natur lebten in Harmonie zusammen.

"Wie habt ihr das alles so hingekriegt? Kannst du mir etwas über eure Technologie sagen?"

"Technologie war noch nie ein Problem", sagte Very, "das Problem, das es zu lösen galt, lag im Denken der Bewohner und in der Wirtschaft. Durch Mangeldenken hatten unsere Vorfahren sich ein Wirtschaftssystem erdacht, das von Konkurrenzkampf geprägt war. Inzwischen ist unser Zusammenleben und damit unsere Wirtschaft geprägt von Überfluß, Reichtum und Liebe zur Natur und allem was existiert."

Very gab mir einen kurzen Abriß über die Geschichte auf seinem Planeten:
"Vor geraumer Zeit hatten sich einige raubende, mordende Fleischfresser (Ramofl) immer mehr an die Macht gebracht, indem sie Kraft ihrer kriegerischen Überlegenheit schwächere Menschen ermordet und ihrer Lebensgrundlage beraubt hatten. Damit sich die Ramofl nicht selbst auffraßen, wurden mächtige Gesetzbücher geschrieben, in denen jegliche Kleinigkeit geregelt wurde. Denn Verstand und Ethik der Ramofl reichten für ein friedliches Miteinander nicht aus. In diesen Gesetzbüchern standen aber auch so sinnvolle Anweisungen, wie »Du sollst nicht töten«. Das mußte den Ramofl ausdrücklich gesagt werden! Während den Raubzügen der Ramofl wurden diese Gesetze entweder außer Kraft gesetzt, oder man definierte die Gegner als »Wilde«, die es zu missionieren oder auszurotten galt. Nach den Raubzügen führten dann »humanistische« Ramofl gleiches Ramofl-Gesetz für alle ein. Damit wurde Stabilität erzeugt und die neuen Machtverhältnisse einzementiert.

Die Hauptillusion der Ramofl war das Mangeldenken. Es war scheinbar nicht genug für alle da. Ihre Lieblingsbeschäftigung war deshalb der Kampf bzw. Konkurrenzkampf. Es mußte Sieger und Verlierer geben. Da Töten verboten war und die meisten Wilden sowieso schon ermordet oder missioniert waren, verlagerten ehrgeizige Ramofl ihre Aktivitäten auf andere Gebiete, nämlich Wirtschaft, Sport und Spiel. In Sport und Spiel konnten sie auf relativ ungefährliche Weise ihren Konkurrenzkampf ausleben. In der Wirtschaft hingegen führte der Ramoflismus zu immer mehr sozialer Ungerechtigkeit. Die Kluft zwischen Armen und Reichen wurde immer größer.

Auf Freegaia gab es immer schon Leute, die die Natur beobachteten und ihre Gesetze zu ergründen suchten. In früheren Zeiten hatte man sie als Ketzer verbrannt. Als sich aber später ihre Erkenntnisse militärisch nutzen ließen, wurden sie zu Wissenschaftlern ernannt. Naturbeobachter, die keine militärisch nutzbaren Entdeckungen brachten, nannte man Scharlatane und gab sie der Lächerlichkeit preis.

Mit der Zeit wurde das Klima liberaler und immer mehr Staaten konvertierten zu Demokratien. Kurz vor dem Neuen Zeitalter begannen sich die Beobachtungen der Wissenschaftler und der Scharlatane immer mehr zu decken. Man fand Entsprechungen zwischen den Naturwissenschaften, der Philosophie und den Religionen und begann sie auf Politik und Wirtschaftslehre zu übertragen.

Man verglich die Wirtschaft mit der Natur:
Die Natur produziert Nahrung aus sich selbst heraus und schenkt sie ihren Lebewesen. Wenn die Natur in Ordnung ist, herrscht Überfluß, d.h. es ist mehr Nahrung da, als gebraucht wird. Die Nahrung ist vergänglich und kann nur eine bestimmte Zeit gelagert werden. Und es gibt keine Zinswirtschaft. Deshalb kommen Pflanzen und Tiere nicht auf die Idee, mehr zu horten, als sie brauchen. Dadurch gibt es keine "reichen" und "armen" Tiere oder Pflanzen.

Und noch etwas: Ob und wie hart Tiere für ihre Nahrung arbeiten, ist von Lebensform zu Lebensform sehr verschieden. Jedes freilebende Tier verhält sich seinem Wesen entsprechend. Will man ein Tier in Gefangenschaft zur Arbeit bringen, muß man es ständig dazu antreiben. Kein Tier würde für ein "Recht auf Arbeit" kämpfen."

Natürliche Ökonomie

"Die Nahrung in der Wirtschaft ist das Geld. In der damaligen Zeit schenkte der Staat seinen Bürgern noch kein Geld. Im Gegenteil, er forderte sogar noch Steuern von ihnen. Es herrschte kein Überfluß an Geld, sondern der Mangel war so groß, daß sich die Staaten jedes Jahr aufs Neue verschulden mußten. Man achtete peinlich auf die Stabilität des Geldes, damit es seinen Wert auch noch nach langen Zeiträumen behielt. Es gab Zinswirtschaft, d.h. sowohl die Guthaben, als auch die Schulden wurden immer höher. Die Bürger, setzten alles daran, Geld zu horten und anzuhäufen. Die Reichen wurden immer reicher und die Armen wurden immer ärmer.

Und was die Arbeit betraf: die meis-ten Bürger verrichteten ähnliche Arbeiten, die selten ihrem Wesen entsprachen. Obwohl sie diese wesensfremden Arbeiten nicht gerne taten, hatten sie sich das Recht auf Arbeit zuvor hart erkämpft. Trotz dieses Rechtes waren große Teile der Weltbevölkerung arbeitslos. Auf der anderen Seite herrschte ein Überfluß an Waren- und Dienstleistungsangeboten.

Die Wirtschaft verhielt sich damals also genau entgegengesetzt zur Natur. Wir mußten nur unsere wirtschaftlichen Gepflogenheiten umpolen und in Einklang mit der Natur bringen. Diese Erkenntnis war der Schlüssel zum Neuen Zeitalter!

So entwickelten wir unser neues Wirtschaftsmodell, das noch heute auf dem gesamten Planeten praktiziert wird und allen Beteiligten Reichtum und Glück beschert, den FREI SCHENKENDEN STAAT.

Joytopia hat wie jeder Staat auf Freegaia die Geldhoheit. Jeder Staat produziert sein Geld aus sich heraus und schenkt es seinen Bürgern. Zunächst hatten Joytopia und die anderen Staaten einen General-Schuldenerlaß beschlossen. Um niemand zu schädigen, überwiesen die Staaten den Gläubigern das ihnen zustehende Geld. Danach wurde die Zinswirtschaft abgeschafft. Seitdem haben wir eine vergängliche Währung. Es macht also keinen Sinn, Geld über längere Zeit zu horten, da es rapide an Wert verliert.“

„Vergängliche Währung? Bei uns nennen wir das Inflation!“

„Das Wort Inflation stammt aus dem Sprachgebrauch des alten Wirtschaftssystems und trifft den Sinn nicht. Wir sprechen von NATÜRLICHER ÖKONOMIE, d.h. dem natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen.“

"Wie hoch ist die »Vergänglichkeitsrate« auf Freegaia?"

"Anfänglich hatten wir etwas herumexperimentiert. Inzwi-schen haben sich alle Staaten auf 100% pro Jahr geeinigt. Das heißt, nach einem Jahr hat das Geld nur noch die Hälfte seines ursprünglichen Wertes.“

"Das heißt, wenn dieses Jahr eine Brezel eine Mark kostet, kostet sie in drei Jahren 8 Mark?"

"Wir unterscheiden zwischen Bewertung und Bezahlung. Die Bewertung erfolgt in Punkten und bleibt konstant. Die Brezel mit dem Wert von 1Punkt hat nach 3 Jahren immer noch den Wert von einem Punkt.

Unser Zahlungsmittel heißt FREE, das bedeutet "Freie Energie-Einheit".

Der FREE wird gekennzeichnet mit der Jahreszahl. Beispielsweise „FREE 2000“. Der Wert des Zahlungsmittels FREE wird vierteljährlich verändert :

Im 1. Quartal ist 1 Punkt = 1FREE,
im 2. Quartal 1,25 FREE,
im 3. Quartal 1,5 FREE
und im 4. Quartal 1,75 FREE.
Anfang 2001 ist 1 Punkt = 2 FREE 2000 bzw. 1FREE 2001.

In der Übergangszeit zwischen den Jahren werden die Konten in alter und neuer Währung parallel geführt, ähnlich, wie Ihr das jetzt mit DM und EURO macht. Die Umrechnungsfaktoren sind kinderleicht zu merken. Sie stehen im Einklang mit den vier Jahreszeiten und mit der Musik."

„Mit der Musik?“

„Ja, sie entsprechen der natürlichen Obertonreihe, auf der das gesamte Universum aufgebaut ist. Es sind nämlich Grundton, Terz, Quint und kleine Septime.“

"Müsst Ihr dann jedes Jahr neues Geld drucken?"

"Ja, Bargeld wird jähr-lich neu gedruckt . Das alte Geld kann im Folgejahr im Kurs von zwei zu eins umgetauscht werden. Da gibt es kein Problem."

"Wie funktioniert das nun im täglichen Leben?"

"Der Staat schenkt jedem Bürger – gleich welchen Alters – einen monatlichen Grundbetrag von 1000 Punkten, der die Lebenshaltungskosten deckt. Eine Mutter mit zwei Kindern erhält also einen Betrag im Wert von 3000 Punkten monatlich. Dadurch sind Familien oder Alleinerziehende gegen-über Singles nicht mehr benachteiligt."

"Gibt es denn noch Warenkataloge? Die müßten ja jeden Monat neu gedruckt werden!"

"In den Katalogen ist immer der Punktwert angegeben. Der bleibt stabil."

"Dann muss ich den Preis immer ausrechnen?"

"Nun, das ist ganz einfach: Wie schon gesagt, haben wir nach einem Vierteljahr den Kurs eineinviertel, nach einem halben Jahr eineinhalb und nach einem dreiviertel Jahr eindreiviertel.Das klingt für euch vielleicht etwas ungewohnt, aber bedenke, was alles dafür wegfällt: Steuern, Krankenkasse, Rentenversicherung..."

"Wieso das denn?"

"Da der Staat sein Geld selbst erzeugt, braucht er keine Steuern einzutreiben. Das bedeutet: keine Finanzämter, keine Buchhaltung, keine Schwarzarbeit und viel weniger Verwaltung. Der Staat finanziert soziale Leistungen, wie Ge-sundheitswesen, Pflege, Renten, Notfall-hilfe usw. Versicherungen und Sozialabgaben sind überflüssig geworden."

Umweltschutz und Freies Schenken

"Wer arbeitet dann denn überhaupt noch?"

"Es ist wie in der Natur: Jeder beschäftigt sich seinem Wesen entsprechend. Wer gerne Brot bäckt, bäckt Brot, wer gerne musiziert, macht Musik. Manche Bürger üben mehrere Berufe aus, weil es ihnen Spaß macht, vielseitig zu sein. Andere legen sich eine Zeit lang auf die faule Haut. Aufgrund der Vergänglichkeit des Geldes will jeder sein Geld schnell ausgeben und sich dafür irgendeinen Luxus leisten. Die Wirtschaft – insbesondere Kleingewerbe, Dienstleistungen und Kunst – floriert bei uns wie noch nie. Andererseits arbeitet jeder nur soviel, wie es ihm Spaß macht, deshalb gibt es keine Überproduktion, die die Umwelt unnötig belastet."

"Wie haltet ihr es mit dem Umweltschutz?"

"Der Staat finanziert Projekte zum Umweltschutz. Je nach Umwelt-freundlichkeit werden Industriezweige subventioniert. Die Erforschung alternati-ver Energien wird ebenfalls vorangetrie-ben. Außerdem wurde das Urheberrecht abgeschafft."

"Was hat das mit Umweltschutz zu tun?"

"Nun, alle neuen Ideen und Erfindungen gehören der Allgemeinheit. Stell dir vor, wir hatten über 100 Jahre damit vergeudet, unsere Fahrzeuge mit Ver-brennungsmotoren anzutreiben. Entsetzlicher Gestank hatte sich über den Planeten ausgebreitet. In manchen Großstädten wurden Sauerstoff-Automaten angebracht, wo die Leute gegen Geld frische Luft tanken konnten! Jede Fahrzeug-Fabrik beschäftigte damals ihr eigenes Forschungs- und Entwicklungsteam, das seine Ergebnisse geheimhielt oder patentieren ließ. Am Ende ließ man fast jede einzelne Schraube patentieren. Kein Wunder, daß die Entwicklung nicht voranging. Nach-dem das Urheberrecht abgeschafft war und jeder seine Ideen und Erfindungen frei verschenkte, entwickelten wir in wenigen Monaten den Null-Energie-Antrieb! Wie bei einem großen Puzzlespiel brachte jeder Erfinder und Entwickler seinen Stein an die richtige Stelle."

"Du verwendest oft den Begriff »Freies Schenken«. Was meinst du genau damit?"

"Freies Schenken ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Während es früher darauf ankam, möglichst hohe Gewinne zu erzielen, gilt es beim Freien Schenken mit möglichst wenig Aufwand sich selbst und anderen möglichst großen Nutzen oder möglichst große Freude zu bereiten. Dabei ist eine direkte Gegenleistung nicht erforderlich, weil Nutzen und Freude von selbst auf den Frei Schenkenden mehrfach zurückfallen.Ein gutes Beispiel ist der Frei Schenkende Staat: Er braucht lediglich die Bank-Computer zu veranlassen, Geld auf die Konten der Bürger zu überweisen, und schon gibt es keine Armut mehr. Der allgemeine Reichtum der Bürger fällt automatisch auf den Staat zurück. Der Staat und seine Bürger sind ohnehin ein und das selbe.

Ein anderes Beispiel ist das, was ihr Nachbarschaftshilfe nennt: Ein Freund hilft dem anderen auf dem Gebiet, was er am besten kann, und was dieser gerade braucht. Oder man hat einen bestimmten Gegenstand übrig, den ein anderer gebrauchen kann. Wenn man ihn verschenkt, hat man selbst wieder Platz, und der andere hat den begehrten Gegenstand. Da Geld sowieso im Überfluß vorhanden ist, hat es an Wichtigkeit verloren. Wir alle sind freigiebiger geworden und haben einen riesigen Spaß am Schenken!"

"Wer macht bei Euch die Dreckarbeit?"

"Durch die rasante technologische Entwicklung haben Dreckarbeiten stark abgenommen. Unsere Häuser sind mit Kompost-Toiletten ausgestattet, die absolut geruchsfrei sind. Alles Verpackungs-material und die meisten Gebrauchsgegenstände sind kompostierbar. Unsere Häuser werden im Baukastensystem gebaut, das aus natürlichen Materialien besteht. Schwere und unbeliebte Arbeiten werden von Maschinen erledigt. Die verbleibenden unangenehmen Arbeiten werden entweder aufgeteilt oder entsprechend hoch bezahlt. Schon mancher hat sich mit ein bißchen Drecksarbeit einen wundervollen Urlaub finanziert."

Finanzierungen und Geldanlagen

"Apropos finanzieren – wie könnt ihr große Beträge finanzieren, wenn das Geld ständig an Wert verliert?"

"Kredite werden in Punkten vergeben. Der Punktwert bleibt stabil und wird nicht verzinst. Da die Staaten nicht mehr verschuldet sind und die Steuern wegfallen, ist der Bedarf an Krediten drastisch zurückgegangen."

"Gibt es noch so etwas, wie Geldanlagen?"

"Ja, einmal kann man sein Geld verleihen, also Privatkredite vergeben, zum anderen kann man sich finanziell an Projekten beteiligen, so ähnlich wie bei Euch mit Aktien. In beiden Fällen wird nach Punktwert abgerechnet. Allerdings ist auch der Bedarf an Geldanlagen zurückgegangen. Schließlich ist jeder jederzeit versorgt. Man muss also kein Geld mehr anhäufen um schlechten Zeiten vorzubeugen. Die Angst vor dem Nichtversorgtsein hat sich aufgelöst. Wir leben alle viel mehr im Hier und Jetzt. Und im Hier und Jetzt sind wir versorgt. Oft verschenken wir auch einen Teil unseres überschüssigen Geldes."

"Wirklich?"

"Ja, wenn jemand ein Projekt plant und noch Geld dazu braucht, schreibt er einen Rundbrief an seine Freunde. Diejenigen, denen das Projekt gefällt, unterstützen ihn und schicken den Rundbrief wieder an ihre Freunde. So kann es sein, dass er reichliche Unterstützung von Leuten bekommt, die er vorher noch nicht kannte. Wir nennen das auch Here- and- Now-Finanzierung, Finanzierung im Hier und Jetzt."

"Und das funktioniert?"

"Kommt auf den Menschen und auf das Projekt an. Egotrips lassen sich so nicht finanzieren. Ihr kennt dies Prinzip als Spenden. Meist spendet ihr für einen sogenannten guten Zweck, um z.B. Menschen in Not zu helfen. Bei uns gibt es keine Not mehr, aber es gibt mehr oder weniger gute Zwecke."

"Und Ihr seid wirklich so freigiebig?"

"Einige mehr, andere weniger. Jeder nach seinem Willen. Bedenke, wir haben das Geld sowieso im Überfluss. Wenn wir es behalten, verliert es an Wert. Und wir bekommen immer mehr neue Freunde, dadurch dass wir einander helfen. Wenn wir mal was brauchen, wird uns auch geholfen."

"Die Sache erinnert mich etwas an Kettenbriefe und Schneeballprinzip, bemerkte ich, "ich weiß nicht, ob das bei uns erlaubt ist. Jedenfalls hat es einen schlechten Ruf."

"Warum hat es bei euch einen so schlechten Ruf?"

"Weil einige wenige Leute auf Kosten vieler anderer reich werden."

"Gilt das nicht für eure ganze Wirtschaft?"

"Doch!"

"Das Schneeballprinzip entlarvt euer gesamtes Wirtschaftssystem! Wir benützen das Schneeballprinzip vor allem um Informationen zu verbreiten. Es ist die einfachste und schnellste Methode, neue Informationen unter die Leute zu bringen. Wenn jeder die Information an durchschnittlich vier Freunde weitergibt, ist nach 16-17 Weitergabe-Generationen eure gesamte Menschheit informiert. Verstehst du, warum man das Schneeballprinzip in Verruf gebracht hat?"

"Ich glaube, mir dämmert`s langsam!"

"Außerdem hat es noch einen Vorteil: Jeder gibt nur die Informationen weiter, von deren Richtigkeit und Wichtigkeit er überzeugt ist. Eure Massenmedien können Euch alles erzählen, was ein paar Entscheidungsträger bestimmen."

"Es können aber auch Gerüchte entstehen. Das ist wie bei dem Spiel »Stille Post«, wo einer dem anderen etwas ins Ohr flüstert und am Ende etwas ganz anderes herauskommt."

"Das stimmt. Deshalb ist es wichtig, immer auf die Quelle, also den Urheber zu verweisen. So kann jeder sich bei der Quelle informieren und dann entscheiden, ob er die Information weitergibt."

"Wie soll das gehen?"

"Auf eurer Er-de habt Ihr das Internet. Ist es nicht jetzt schon so, dass jeder, der etwas bekannt-geben will, seine Homepage hat? Es kann also jeder beim Urheber nachlesen."

"Aber was ist bei eurer Here-and-Now-Finanzierung denn anders als bei unserem verpönten Schneeballprinzip?"

"Es ist die Einstellung zum Mitmenschen und zum Geld. Bei uns geht es um Freies Schenken. Wir machen anderen ein Geschenk, das helfen soll, ihre Wünsche und Projekte zu realisieren. Da jeder Geld im Überfluß hat, das außerdem schnell seinen Wert verliert, fällt das Schenken leicht. Dazu kommt das Glücksgefühl, anderen geholfen zu haben. Freust du dich nicht auch, wenn du anderen helfen kannst?"

"Ja, wenn ich es ganz freiwillig tue, ganz gleich ob es jemand von mir erwartet oder nicht, dann fühle ich mich wohl dabei."

"So ist das beim Freien Schenken. Es ist absolut freiwillig und macht Spaß."

"Ich möchte noch etwas über die He-re and Now Finanzierung wissen. Theoretisch könnte jeder ein oder mehrere solche Here and Now- Finanzierungen anleiern. In der Summe müßte sich das dann ausgleichen."

"Einmal muss der Zweck für die anderen plausibel sein. Außerdem hat nicht jeder zur selben Zeit ein großes Projekt, für das er viel Geld benötigt. Im Neuen Zeitalter betrachten wir das Geld nicht mehr statisch, das heißt, wir fragen nicht mehr danach, wer wieviel Geld hat. Das statische Geld verliert seinen Wert sehr schnell. Im Neuen Zeitalter regiert das dynamische Prinzip. Jetzt geht es darum, möglichst viel Geld möglichst schnell zu bewegen. Durch die Bewegung entsteht Wertschöpfung (Ein Haus, ein Auto oder was auch immer). Außerdem ist nach der Ausgabe das Geld nicht weg. Es hat nur jemand anders, der es auch wieder so schnell wie möglich ausgeben will. Dadurch entsteht wieder Wertschöpfung und so weiter. Wir betrachten das ganze sowieso mehr als Spiel."

"Als Spiel??"

"Ja, das Geld hat längst nicht mehr den Stellenwert, wie bei Euch. Da jeder genug Geld hat, kann man niemanden mehr mit Geld zwingen. Geld ist nur noch ein Motivationsmittel, kein Machtmittel. Alles ist spielerisch geworden. Arbeit ist Spiel, Handel ist Spiel. Wer nicht mitspielen will, hat halt etwas weniger Geld zur Verfügung, aber immer noch mehr als genug zum Leben."

"Gibt es dann noch so was wie Konkurrenzkampf?"

"Im spielerischen Sinne ja. Sicher sind manche »Spiele« erfolgreicher als andere. Aber: Es kann keine wirklichen Verlierer geben."

"Werden die »Spiele« vom Staat kontrolliert?"

"Da der Frei Schenkende Staat keine Steuern kennt, besteht kein Grund dazu. Überhaupt sieht sich der Staat nicht mehr als Kontrollorgan, sondern als die Gesamtheit seiner Bürger. Staat und Bürger sind eins. Insofern hat der Staat nur ein Inte-resse: die Interessen seiner Bürger zu fördern."

Der Übergang

"Jetzt bewegt mich noch eine wichtige Frage: Wie habt ihr den Übergang vom alten zum Neuen Zeitalter bewerkstelligt? Wie habt ihr JOYTOPIA geschaffen? Hat es Widerstände gegeben? War der Übergang gewaltfrei möglich?"

"Du erinnerst dich, daß kurz vor dem Übergang die meisten Staaten schon Demokratien waren. Das war sehr gut so. In einer Demokratie kann man alles ändern, wenn man die nötige Mehrheit hat. Weißt du noch, wie auf deinem Planeten sogar in Diktaturen friedliche Veränderungen vollbracht wurden? Ich denke an Indien oder an die Wiedervereinigung Deutschlands. In Demokratien ist das noch viel leichter!

Es begann damit, daß auf Freegaia einige Bürger die neuen Gesetzmäßigkeiten entdeckten und zu einem Staatsmodell formten. Dieses Modell des FREI SCHENKENDEN STAATES nannten sie JOYTOPIA und verbreiteten es nach dem Schneeballprinzip. Sie schrieben ein Papier und gaben es an Freunde weiter. Diese gaben Kopien des Papiers an ihre Freunde und so weiter. Andere verbreiteten den Text in Computernetzwerken. Das ging dann noch schneller. Der Text wurde in viele Sprachen übersetzt und in alle Länder verteilt. Nach ca. 16 Weitergabe - Generationen war die gesamte Bevölkerung informiert.

Parallel dazu begannen Gemeinschaften, Freundes-kreise und Vereine die natürliche Ökonomie zu erproben. In Tauschringen, die damals eine Art Ersatzwährung hatten, begannen sie den FREI SCHENKENDEN Staat zu simulieren. Andere erprobten die Here and Now - Finanzierung und das FREIE SCHENKEN im Geschäfts- und im Privatleben. Die Ergebnisse wurden zusammengetragen und das Modell wurde immer mehr verfeinert. Als es perfekt war, wurden weltweit Wahlen veranstaltet. Das Ergebnis war überragend: Der weitaus größte Teil der planetarischen Bevölkerung entschied sich für das neue Modell der natürlichen Ökonomie."

"Gab es auch Widerstände?"

"Ja! anfänglich hatten viele Leute Angst um ihren Besitz. Die planetarischen Banken, die die Staatsverschuldung mitverursacht hatten, versuchten zu sabotieren, wo sie nur konnten. Die weltweite Aufklärung, die sich vollzog und die Bevölkerung des ganzen Planeten zum Erwachen brachte, brachte dann auch den Umschwung: Es begannen selbst Mitglieder der planetarischen Banken, sich für die natürliche Ökonomie auszusprechen. So löste sich der anfängliche Widerstand in Frieden und Wohlgefallen auf."

"Ging nach der erfolgreichen Wahl dann alles glatt?"

"Natürlich gab es Anfangsschwierigkeiten. Die standen aber in keinem Verhältnis zu den Problemen des alten Zeitalters."

"Lieber Very, guter Freund! Ich danke Dir von Herzen für diese Informationen! Eine letzte Frage habe ich noch, bevor ich zurückgehe: Wo genau liegt Freegaia?"

"Eben war es noch auf einem an-deren Stern. Jetzt ist es tief in deinem Herzen.
Viel Glück!"

Kommentare:

  1. Weg mit dem Ramoflismus!! :O) großartig. magst du das nicht auf Mission Wir posten?
    das ist so schön, dass es im Schneeballsystem weiter gegeben werden muss. Ich kopier das jetzt und schick es an ein paar Freunde.
    Nene

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  2. JOYTOPIA

    ernst spielen sie
    im Nirgendwo
    treffen sich
    noch irgendwo
    im vernetzten
    Niemandsland

    spielen heiter
    zwischen Netzen
    friedlich ohne
    zu verletzen

    noch irgendwo
    im Nirgendwo

    © bmh


    Ich teile Deinen Traum, je mehr ihn teilen, desto realer wird er.

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